Willkommen beim NABU Markgröningen


 

Natur erhalten,

Ressourcen schützen

- mit Begeisterung für die Natur

Die NABU Ortsgruppe Markgröningen möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln. Erfahren Sie mehr über uns!


Aktuelles


Jahreshauptversammlung 2.3.2023

Für Donnerstag, den 2. März 19:30 Uhr laden wir herzlich ein zu unserer Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Hermes am Marktplatz. 


Jahresplanung für 2023 steht

Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden des NABU Markgröningen ein gesundes und  friedliches neues Jahr und im Hinblick auf Natur- und Klimaschutz uns allen ein erfolgreiches 2023!

 

Für viele der in diesem Jahr geplanten Veranstaltungen gibt es bereits Termine. Weitere, kurzfristiger anberaumte Veranstaltungen werden wir rechtzeitig hier auf unserer Internetseite ankündigen sowie  in den "Markgröninger Nachrichten", dem Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Markgröningen.

 

Wir hoffen, dass nach drei Jahren, in denen wir coronabedingt nur wenige Treffen und Veranstaltungen durchführen konnten, in diesem neuen Jahr nun eine Rückkehr zur Normalität möglich ist und freuen uns über eine rege Teilnahme an unseren Monatsrunden, Führungen und Informationsveranstaltungen.

                                                                                                                                


Freischneideaktion an der Alten Römerstraße an der Brennerin - letzter Abschnitt 28.01.2023

Am Samstag 28.Januar 2023 trafen sich einige Aktive des NABU zur dritten und letzten Freischneideaktion an der alten Römerstraße an der Brennerin. Der erste Abschnitt wurde am 29.Januar, der zweite am 3.Dezember 2022 bearbeitet.

Die Bezeichnung alleine ist ein Hinweis auf das mutmaßliche Alter dieses uralten Hohlweges. Dieser Weg hat mit der Flurbereinigung vor ca. 20 Jahren seine Bedeutung für landwirtschaftliche Fahrzeuge verloren. Mit dieser weitgehenden Aufgabe der ursprünglichen Nutzung ging auch Stück für Stück die für diese Kulturlandschaft typische Pflanzengemeinschaft für offene Böschungen zurück.

Das Ziel der Freischneideaktion war es, wieder Raum für diese Pflanzengemeinschaft zu gewinnen. In letzten Schritt wurde das dritte Drittel des Hohlweges bearbeitet. Damit die Wildtiere sich auf die Situation einstellen können, wurde der Weg abschnittsweise freigeschnitten.

Die Arbeit erfolgte in Kooperation mit der Stadt Markgröningen, der Unteren Naturschutzbehörde und wäre ohne den Einsatz professioneller Maschinen unserer beteiligten Landwirte nicht möglich gewesen. 

 

 

Ein heißer Tee wärmt bei den ungemütlichen Temperaturen. 


Auswertung Stunde der Wintervögel 2023

Bei der großen NABU-Zählaktion wurden dieses Mal deutlich weniger Vögel gesichtet. Im Schnitt wurden 33,4 Vögel pro Garten gemeldet, 2022 waren es noch 35,5.

 

„Es ist zunächst einmal nicht problematisch, wenn weniger Vögel in die Gärten kommen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. 2022 sei ein „Mastjahr“ gewesen. Mastjahre sind Jahre, in denen Bäume besonders viele Früchte ausbilden. In diesen Jahren finden dann auch Waldvögel besonders viel Nahrung auf dem Boden. Allerdings gebe es Mastjahre in immer kürzeren Abständen. Vermutliche Ursache ist die Klimakrise. „Das kann die Bäume auszehren und so auf lange Sicht auch zum Problem für unsere Vogelbestände werden“. Aus den Wäldern kamen wohl deshalb einige Arten auch seltener an die Futterstellen. Neben Kernbeißer, Buntspecht und Buchfink wurde in diesem Jahr besonders selten der Eichelhäher (s. Foto) gesichtet. Außerdem hat der milde Winter dafür gesorgt, dass typische Wintergäste aus Nord- und Osteuropa nicht nach Deutschland gezogen sind.

 

An der Spitze der Rangliste gab es indes keine Veränderungen: Auf den ersten drei Plätzen liegen wie im vergangenen Jahr Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise. Es folgen Amsel, Feldsperling, Elster und Buchfink.

 

Ausführliche Informationen finden Sie hier.


Bedrohung der Artenvielfalt durch den Klimawandel                   - auch in Markgröningen sichtbar und hörbar

Allein der durch den Klimawandel verursachte zusätzliche Verlust von wildlebenden Pflanzen und Tierarten wird von Experten auf 30 Prozent geschätzt!

 

Das Tempo, mit dem die globale Temperatur ansteigt, macht zum Beispiel den Langstreckenziehern unter den Zugvögeln, wie Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz, besonders zu schaffen. Im Unterschied zu den Kurz- und Mittelstreckenziehern gelingt es ihnen weitaus weniger gut, ihr im Erbgut fixiertes Zugverhalten den veränderten klimatischen Verhältnissen anzupassen. Den Winter verbringen sie in Afrika bis südlich der Sahara. Der Zeitpunkt zum Rückzug in die europäischen Brutgebiete ist genetisch festgelegt: Sie sind deshalb weitaus weniger flexibel, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen, als Zugvögel, die im Süden Europas überwintern. Diese können den Beginn des Rückzugs stärker vom tatsächlichen Wetter abhängig machen. Deshalb finden sie oft nur noch Brutgebiete vor, die schon besetzt sind. Da sich Insekten den milderen Temperaturen rascher anpassen und sich früher im Jahr entwickeln, fehlt es den Spätheimkehrern immer öfter auch an ausreichender Nahrung, um die hungrige Schar an Jungvögeln großzuziehen.

 

Auch in Markgröningen sind der Klimawandel und seine Folgen in der Natur unmittelbar zu sehen und zu hören. In der letzten Monatrsunde haben die Teilnehmenden ein paar Eindrücke zusammengetragen: 

 

Die Fledlerche ist zurück, die ersten Zecken haben schon Blut gesaugt. Die Feuersalamander sind unterwegs zu ihren Laichplätzen. Wir hören Vögel wie den Gartenbaumläufer singen. Die stinkenden Nieswurz blüht schon seit Dezember, Gänseblümchen, Löwenzahn, Primeln seit Anfang Januar. Alles Phänomene, die um einige Wochen verfrüht eintreten. 

 

Diese Beobachtungen sind einmal mehr Motivation und Anreiz für die Markgröninger Ortsgruppe, sich dafür zu engagieren, auch weiterhin eine lebens- und liebenswerte Umwelt zu erhalten.

 

Ausführliche Informationen finden Sie hier.

 


Der NABU informiert: Winterfütterung für Vögel

Das Füttern von Vögeln zur Winterzeit hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Es ist bei vielen Vogelfreund*innen beliebt und von Beginn an auch in unserem Verband verankert. An Futterstellen lassen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten. So ist das Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt zudem Artenkenntnis. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben. Der NABU empfiehlt daher die Winterfütterung, auch wenn wir damit keine bedrohten Tierarten schützen können, da diese gar nicht zu de Futterstellen im Garten kommen.

Wichtig ist dabei, folgende Regeln einzuhalten:

  • Wählen Sie Futterspender (Futtersilos), bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. 
  • Sollten Sie dennoch herkömmliche Futterhäuschen verwenden, dann reinigen Sie diese regelmäßig mit heißem Wasser und legen Sie täglich nur wenig Futter nach. 
  • Platzieren Sie Futterspender an einer übersichtlichen Stelle, so dass sich keine Katzen anschleichen und Sie gleichzeitig die Vögel gut beobachten können. 
  • Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.
 Bei uns überwintern auch Weichfutterfresser. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. 
Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel bzw. -ringe kaufen kann. Achtung: Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. 
  • Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.


Ausführliche Infos finden sie hier.


Empfang für die Umweltverbände im Landtag am 8.11.2022

Landtagspräsidentin Muhterem Aras hatte am 8. November die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Umweltverbände Baden-Württembergs zu einem Empfang in das Haus des  Landtags eingeladen, um sich für deren Engagement zu bedanken.

 

Nach den Grußworten durch die Vertreter der Verbände gab es eine Podiumsdiskussion mit den Vertretern der Parteien im Landtag.

 

Weitere Infos finden Sie hier.

 

Johannes Enssle sprach als Vorsitzender des NABU Baden-Württemberg

Die Delegation der Ortsgruppen Markgröningen und Tamm


Winterquartiere für Tiere im Garten

Gärten sind wichtige Rückzugsorte für Igel, Insekten und Amphibien. Mit wilden Ecken und einfachen Maßnahmen finden sie ein gemütliches Plätzchen zum Überwintern. Es macht kaum mehr Arbeit, im Gegenteil oft sogar weniger, einen Beitrag  zur Erhaltung der Artenvielfalt im eigenen Garten zu leisten. 


Vogelzugbeobachtung mit zwei Experten am 8. Oktober

Am frühen Samstagmorgen um 6:30 Uhr treffen wir auf dem Parkplatz am Festplatz den Ornithologen Ronald Meinert. Bevor wir losfahren, erzählt er, dass er seit mehr als zehn Jahren zusammen mit seinem Kollegen Jochen Völlm hier in der Gegend den Vogelzug beobachtet von Mitte August bis Ende November, täglich mit wenigen Ausnahmen und zwar vom frühen Morgen bis am Nachmittag. Während wir sprechen, weist er immer wieder auf ziehende Vögel hin, die wir zwar in der Dunkelheit nicht sehen, er mit seinem geschulten Ohr aber hören kann.

 

Wir fahren dann zum Regenpfeiferacker beim Hardt- und Schönbühlhof, ein besonders gut geeigneter Ort für die Beobachtung, denn auf dieser Anhöhe gibt es eine weite Rundumsicht und viele Äcker u.a. mit Zuckerrüben. In diesen rasten gerne Vögel, die den Lebensraum „Offenland“ bewohnen. Auch heute morgen vermutet Meinert z.B. Hunderte von Wiesenpiepern in den angrenzenden Äckern. 

 

Der Kollege Völlm ist schon da und gemeinsam bauen die beiden Spezialisten ihre Profi-Ausstattung auf: Spektive, Ferngläser, Kamera mit Teleobjektiv, ein Audioaufnahmegerät, mehrere Hand-Clicker zum Zählen und die Tabellen für die viertelstündlichen Aufzeichnungen ihrer Beobachtungen. Beim Zählen gehen beide mit größter Sorgfalt vor. Ihre Schätzungen bei größeren Schwärmen überprüfen sie anhand von Fotos, die das genaue Auszählen ermöglichen. Sie beobachten die Vögel, die vom Nordosten her über uns wegziehen teilweise, bis sie im Südwesten am Horizont verschwinden, um sicher zu sein, dass es sich nicht um ortsansässige Vögel handelt. Und sie achten darauf, Vögel nicht doppelt zu zählen. So sehen wir unterschiedlich große Trupps von Kiebitzen, die aber immer wieder aus dem Blickfeld entschwinden. Am Ende stellt sich bei Nachzählen heraus, dass die größte Kiebitzgruppe von 45 Vögeln genau die Summe der einzelnen Gruppen ergibt, die also nicht dazu gezählt werden dürfen. 

 

Besonders beeindruckend sind die großen Trupps von Ringeltauben, die zu Hunderten, an manchen Tagen zu Tausenden über die Vogelzähler hinwegfliegen. Auch große Gruppen an Staren und Buch- und Bergfinken sind um diese Zeit unterwegs. Die beiden Ornithologen erkennen die unterschiedlichen Vogelarten an ihren Flugrufen, an Formen und Farben und an den charakteristischen Flugformationen größerer Trupps. Besonders freuen sich die beiden über einen Rotkehlpieper, einen seltenen Gast aus dem hohen Norden.

 

Wir verlassen die Vogelexperten nach einigen Stunden hoch beeindruckt von deren Fachkenntnis, Leidenschaft und Ausdauer. 


Apfelernte in den Streuobstwiesen

Tatort Unterriexingen: Apfelernte 5.10.

 

Eidechsenbaby gibt Audienz

 

Eine Kinderschar von 80 Personen plus vier Lehrerinnen begibt sich am 05.Oktober um 9:30 Uhr mit der Naturschützerin Shirley Tümpel in ein Streuobst-Grundstück am Talweg, welches mit seiner Naturnähe brilliert. Nach den kurzen Erklärungen von Frau Tümpel (NABU Markgröningen) gibt es plötzlich einen Aufschrei: „Eine Eidechse!“. Diszipliniert, nach Klassengruppen geordnet, sich abwechselnd, treten die Grundschüler der Glemstalschule vor, um den Eidechsen-Nachwuchs in Augenschein zu nehmen. Dieser kam wie gerufen, da es bei den Erörterungen von Frau Tümpel unter anderen darum ging, wer alles profitiert von dem Lebensraum Baumstumpf. Die naturbegeisterten Schulkinder entdeckten auch höchst lebendige Regenwürmer und einen großen schwarzen Laufkäfer (Lederlaufkäfer), ein Indikator für Insektenreichtum. Er überwältigt -als hauptberuflicher Räuber- Kerbtiere aller Couleur, Raupen, Würmer und Nacktschnecken. Also ein Nützling des Ökosystems Streuobstwiese. 

Der Erntestar in dieser Naturidylle war zweifelsohne Florian, der ohne Zögern in die schwer zugängliche, da verwachsene Krone eines uralten, umgestürzten Bittenfelder-Apfelbaumes kletterte und dort prompt mit dem Pflücken begann. Die anderen Kinder übten sich in der bewährten Technik der Feuerwehrkette. Dabei wurde der Baum „im Nu“ von seinen Früchten befreit. Er lebt weiter, trotz seines sturmbedingten Schicksals und begeistert mit Apfelfülle. 

Hingegen ein Brettacher-Apfelbaum (gute, alte, aromatische Lagersorte) wurde per Schüttel-Aktion komplett seiner Früchte entledigt, welche schnurstracks mittels kleiner Hände in mitgebrachten Taschen und Tüten verschwanden. Des Weiteren wurden aus dem relativ hohen Gras ca. 100 kg des kostbaren Bioobstes aufgespürt und gesammelt- Kinderaugen sind scharf!

Als der dem Naturschutz zugetane, freundliche Landwirt Werner Ziebold mit seinem Schlepper zur Abholung der Erntewanne kam, wurde er mit Klatschen und Winken von den jungen Erntehelfern empfangen. Die Erst- und Zweitklässler waren jetzt ausgepowert, sodass allein die älteren Kinder noch zum Goldberg-Grundstück zogen, um die große Wanne restlos zu befüllen, die Herr Ziebold zuvor hierhergebracht hatte. Waren es schließlich 400 kg oder nur 300? Was bedeutet das schon. Hauptsache ist doch die Freude, etwas Gutes bewegt zu haben. Durch diese Ernteaktion trugen wir ja unseren kleinen Teil dazu bei, dass nicht zu viele Mäuse, Pilze und andere Schädlinge in den zwei biozertifizierten Streuobstwiesen wüten können. Mögen die Bäume bei relativer Gesundheit steinalt werden. 

Mit ihrem Gutschein wird die Glemstal-Grundschule im Winter leckeren Fruchtsaft der Firma Kumpf genießen können. Dorthin lieferte Herr Ziebold nämlich unser Ernteergebnis ab, sodass wir nicht extra nach Oberriexingen pilgern mussten mit dem Bio-Obst…. Vielen Dank, auch der Firma Kumpf für ihre Flexibilität. Übrigens sind die genannten Grundstücke schafbeweidet, was zum Beispiel der Heuschrecken-Fauna zugutekommt: Sichelschrecke, rote und gefleckte Keulenschrecke, Feldgrille, sowie Maulwurfsgrille haben hier noch Lebensräume. Feuersalamander und Blindschleichen nutzen Holz- und Reisig-Lagerungen als Verstecke. Nicht zuletzt kann das Gartenrotschwänzchen hier ungestört seinem Brutgeschäft nachgehen. Im Winterhalbjahr fliegt es insgesamt 10.000 km, 5.000 Richtung südliches Afrika und 5.000 zurück. Kleiner, schöner, rekordverdächtiger Vogel, der angewiesen ist auf Baumhöhlen. Seine Hauptnahrung während der Brut sind nebenbei bemerkt Heuschrecken. 

Es sei an dieser Stelle auch der Eigentümerin der Streuobstflächen, Frau Edeltraud Hörz, gedankt für ihre Liebe und Toleranz naturfreundlicher Bewirtschaftung gegenüber.

Hoffentlich bis zum nächsten Jahr, liebe Erntehelfer der Glemstal-Grundschule!

 


Reiche Ernte am 6. Oktober beim Siegfriedsfelsen

 

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der NABU Markgröningen an der Apfelernte u.a. auf den Streuobstwiesen der Stadt. Die ehrenamtlichen Helfer haben in der letzten Woche schon 1,5 Tonnen geerntet und diese Woche geht es weiter. Wir machen uns stark für den Erhalt der Streuobstwiesen in unserem Stadtgebiet. Mit der Beteiligung an deren Pflege wollen wir einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten. Die Apfelsammelaktion  2022 ist ein Beispiel dafür. 

 


Bericht vom Waldspaziergang mit dem Revierförster am 16.09.2022

Nach Regenschauern war das Wetter unerwartet freundlich, als Revierförster Axel Armbruster am 16.9.22 bei einem Waldspaziergang über den hiesigen Wald berichtete. Der NABU Markgröningen hatte im Rahmen der bundesweiten Deutschen Waldtage dazu in den Spitalwald eingeladen. Der Fachmann erläuterte den Teilnehmenden, dass der Waldabschnitt sich überwiegend im Besitz des Landes befinde und kein natürlicher, sondern ein künstlicher Wald sei. Hier wurden seit Jahrhunderten überwiegend Eichen und ganz speziell Traubeneichen angebaut, weil diese vielseitig nutzbar seien. Die Erhaltung und Verjüngung des Eichenbestandes sei extrem aufwändig und teuer, weil man diesen Bäumen zum Wachsen immer Licht verschaffen und die Konkurrenz fernhalten müsse. Es lohne sich aber, diese Baumart weiter zu fördern, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leiste: In und von einer Eiche leben bis zu 600 Insektenarten. Der Hirschkäfer z.B. ist angewiesen auf absterbendes und totes Holz dieses Baumes und in unserem Wald erfreulich häufig anzutreffen. Würde man den Wald einfach sich selbst überlassen, würden keine Eichen nachwachsen, und hinsichtlich der Artenvielfalt weniger wertvolle Baumarten wie der Feldahorn würden sich ausbreiten. Die Eiche wurzelt tief und kommt deshalb noch relativ gut mit Trockenheit und auch mit Wärme zurecht. Die Teilnehmenden konnten sich davon angesichts des saftig grünen Laubs der umstehenden Eichen überzeugen. Daneben nahmen sich die benachbarten abgestorbenen Eschen, Opfer des Eschentriebsterbens, traurig aus. 

 

Durch den Klimawandel, so Armbruster, werde der Wald gewiss nicht verschwinden, aber er werde sich verändern. Durch die forstliche Pflege lasse sich hier nicht in relevantem Maße gegensteuern. Das heißt, wollen wir unseren Wald, wie wir ihn kennen, als komplexes Ökosystem erhalten, müssen wir alles tun, um den Klimawandel aufzuhalten.

 


Er ist wieder da!

10 Jahre lang war der Wiedehopf auf Markgröninger Markung nicht mehr gesehen worden. Er gehört auf der roten Liste zu den bedrohten Vogelarten. Und genau in diesem Jahr, wo der Wiedehopf zum Vogel des Jahres gekürt wurde, ist er zurückgekommen. Inzwischen gibt es mehrere Meldungen, dass dieser besondere Vogel bei uns gesichtet wurde.

Nun hoffen wir, dass er sich wieder bei uns ansiedelt. 

Was können wir dafür tun? Auf dem Speiseplan dieses auffälligen Vogel stehen vor allem größere Insekten und deren Larven. Er frisst gerne Käfer, Maulwurfsgrillen, Heuschrecken und Schmetterlingsraupen. Auch Regenwürmer, Spinnen und kleine Eidechsen lässt er sich hin und wieder schmecken.

Deswegen sind alle Maßnahmen förderlich, die die Lebensräume dieser Tiere schützen: 

die Pflege von Trockenhängen, Streuobstwiesen, extensiven, ungedüngten Weiden und  natürlich der Verzicht auf Insektizide.

Für die Nachwuchspflege braucht der Wiedehopf Höhlenbäume im offenen Land, auch wenn diese schon abgestorben sind, und Steinmauern. Auch Nistkästen werden gerne zur Brut angenommen.

 

Die NABU Ortsgruppe Markgröningen setzt sich mit ihren Aktivitäten seit vielen Jahren für die Förderung dieser Lebensgrundlagen ein und wir freuen uns deshalb ganz besonders, wenn wir sichtbar etwas zum Artenschutz beitragen können.

 


Ergebnis der diesjährigen Amphibienkontrollen im Glemstal

Die Rückmeldungen unserer morgendlichen Streckengänger waren dieses Jahr sehr ernüchternd. In der Zeit zwischen dem 01. März und dem 31. Mai waren wir morgens von 05 Uhr bis 06 Uhr vom Abzweig Vaihinger Straße bis nach Talhausen, den Bergweg hinauf, zur Kläranlage runter und den Schlüsselberg hoch auf Tour. Das Ziel dieser Aktion ist es, lebende Tiere auf ihrem nächtlichen Gang von den Gewässern zurück in die Tagesverstecke sicher über die Straße zu begleiten, bevor die Schranken geöffnet werden und der morgendliche Geschäftsverkehr einsetzt.

Auf der Strecke vom Abzweig Vaihinger Straße bis zur Unteren Mühle (nach dem Sportplatz) konnten wir – im Gegensatz zu früheren Jahren - dieses Jahr keinerlei Tiere sichten. Erst zwischen der Unteren Mühle und der ersten Brücke am Kühlen Brünnele fanden wir eine Kröte und einen Feuersalamander. In den Laichgewässern des Kühlen Brünnele selbst waren 17 Salamander und viele Larven zu sehen. Die hatten es geschafft, im Schutz der Straßensperrung unbeschadet in die Laichgewässer zu kommen. Vielleicht auch deshalb, weil die Stadt vor Jahren die hohen Randsteine abschrägen ließ, damit die Tiere nicht von unüberwindbaren Hürden ausgebremst werden. Zwischen der ersten und zweiten Brücke waren ein Salamander und im weiteren Verlauf bis zur Papiermühle weitere drei „Lurchies“ auf der Straße. Auf dem nächsten Abschnitt von der Papiermühle bis nach Talhausen fanden wir weitere vier Salamander. Den Schlüsselberg hoch konnten wir einen Salamander retten. „Retten“ deshalb, weil wir auf diesem Streckenabschnitt leider sieben tote Tiere (überfahren) protokollieren mussten. Von Talhausen bis zur Kläranlage waren es noch vier weitere lebende Salamander.

 

Unsere diesjährige Gesamtbilanz auf den Straßen und Wegen im Glemstal:

15 lebende Salamander und 1 lebende Kröte, plus  17 Salamander im Kühlen Brünnele

8 tote Salamander und 1 tote Kröte

 

Leider teilen uns immer wieder Bürger:innen mit, dass auf weiteren Straßen und Wegen in Markgröningen/ Unterriexingen überfahrene Salamander gesichtet werden. So im Klingengraben, vom Raiserhaus zur Schnellbahntrasse hoch, von den Scherwiesen runter zum Steinbruch, bei den Spitalwiesen und im Rotenacker Wald, um nur einige zu nennen.

 

Deshalb unsere dringende Bitte:

 

Fahren Sie zwischen Februar und Mai vorsichtig und achten Sie auf die unter strengem Naturschutz stehenden Amphibien. Noch haben wir sie – doch bald können auch die weg sein.

 

Ihr NABU Markgröningen


Schulprojekt

Im Rahmen eines Projektes an der Glemstal-Grundschule in Unterriexingen hat der NABU die Schüler und Schülerinnen der mit Klasse 2 bei dem Bau von Nisthilfen unterstützt. Nach der ersten Pause ging es in kleinen Gruppen mit großem Eifer an den Bau von Nistkästen aus Holz. Demnächst werden diese in unmittelbarer Nähe zur Schule aufhängt. 

Bei unseren wildlebenden Vögeln sind in diesem Jahr die meisten Eier bereits ausgebrütet. Möglicherweise gibt es noch eine dritte Brut in einem der Nistkästen. Als Schlafplätze werden solche Nistkästen beispielsweise bei Meisen auch gerne benutzt. Im kommenden Jahr sind mehrere Bruten in den Nistkästen zu erwarten.      

Der NABU bedankt sich bei allen Mitwirkenden zu diesem Projekt.


Vorsicht Jungtiere!!

Zur Zeit gibt es überall Nachwuchs in der Natur. Bitte nehmen Sie zum Schutz der Jungvögel und anderer Tierbabies Ihre  Hunde an die Leine!


Was tun, wenn jemand Tierbabies findet?

Wer Jungvögel oder Tier-Babies findet, sollte sich zuerst vergewissern, ob nicht doch die Eltern der Jungtiere in der näheren Umgebung sind. Dazu sollte man die Tiere an Ort und Stelle belassen und die Situation eine Weile (ca. 30 Minuten) aus einer gewissen Distanz beobachten. Unter Umständen ein paar Stunden später wieder kommen und nachschauen, ob die Jungtiere noch da sind und ob sie nach den Eltern rufen. Meist sind die Eltern in der Nähe und beobachten die Situation ebenfalls. Altvögel z. B. füttern ihre Jungen auch noch, wenn sie aus dem Nest gefallen sind. - Erst wenn man sich sicher ist, dass die Jungtiere keine Hilfe mehr zu erwarten haben, können Sie die Jungtiere vorsichtig mit Handschuhen aufnehmen und in einem Karton mit Luftlöchern zum Tierheim bringen. Als Erstversorgung kann man den Tieren zunächst etwas Wasser geben – entweder in einem Gefäß (oder in einem umgedrehten Gurken- oder Marmeladeglasdeckel) oder das Wasser einfach über den Finger in den Mund tropfen lassen. 

 

Tierheim Ludwigsburg

Kugelberg 20 (von Hoheneck nach Freiberg – links abbiegen)

 

Tel. 07141 – 6434684 oder 07141 – 250410

oder per Notruf 0180 5009754

 


Rückblick auf die botanische und vogelkundliche Wanderung im Siegental Sonntag den 3. April

 Die Wanderung startete mit insgesamt 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - erfreulicherweise waren mehrere Familien mit ihren Kindern dabei.

Unser Ornithologe, Ronald Meinert, führte die Gruppe sachkundig durch die Fluren am Frauenweg, über den Roll und zu den Heiden im Siegental. Neben den vielen Vogelbeobachtungen hatten wir das Glück, sowohl verblühte (Samenstände) als auch noch blühende Küchenschellen zu sehen. Diese Art ist selten geworden auf unserer Flur. Auch die Blattstände der sich entwickelnden Bocksriemenzunge, eine Wildorchidee, die im Mai blüht, waren deutlich zu erkennen. 

An Vogelarten waren zu sehen: drei Reviere von Rotmilanen, Rabenkrähen auf Futtersuche, Feldlerchen am Himmel und auf dem Boden, Turmfalken auf ihren Ansitzen, ein kleiner Starenschwarm auf Durchzug, Sperlinge und Meisen in den Hecken, Buchfinken beim Rasten und beim Baden in einer Pfütze, Grünspechte auf Partnersuche, Wiesenpieper, einen Schwarzmilan in großer Höhe, Hohltauben auf Futtersuche auf den Feldern, eine Heckenbraunelle im Kirschbaum und Goldammern im Überflug. Gehört haben wir außerdem: Amsel, Singdrossel, Kleiber, Elster und Mönchsgrasmücke sowie den Buntspecht beim Hämmern im Muckenschupf. 

Insgesamt war es eine sehr interessante Führung mit vielen Beobachtungen und Schilderungen zum Verhalten der Vögel, zur Partnersuche im Frühjahr, zur Jungenaufzucht im Sommer, zum Flüggewerden einzelner Arten und wie die Eltern ihre Jungen aus dem Nest befördern. Das Ganze gespickt mit Anekdoten und eigenen Erlebnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit einem Schmunzeln lässt sich feststellen: So manche Parallelen vom Tierreich zu den Menschen scheint es doch wohl zu geben!?  

Küchenschelle                                                                                            Bocksriemenzunge

Fotos: Helmut Schäfer


Rückblick auf die botanische und vogelkundliche Morgenwanderung im Leudelsbachtal am 27. März 2022

Bei wenigen Plusgraden und völlig klarem Himmel startete die Wanderung zum Rotenacker Wald. Bei der gefiederten Welt gab es ein Stelldichein von klein bis groß. So haben wir den kleinsten Vogel unser Heimat - das Sommergoldhähnchen - und den drittkleinsten - den Zaunkönig – gesehen. Neben den häufigen Kohl- und Blaumeisen konnte auch ein seltenes Schwanzmeisen-Paar beobachtet werden. Ein vorbeifliegender Sperber löste spontan überall Warnrufe aus. Bei dem größten Greifvogel unserer Heimat - dem Rotmilan - konnte ein Pärchen bei der Instandsetzung ihres Horstes sowie bei der Paarung beobachtet werden. Ein anderer sehr seltener Greifvogel hat alle Mitwanderer überrascht – eine männliche Kornweihe auf dem Vogelzug nach Norden. Von den Kornweihen gibt es in Deutschland mutmaßlich nur ca. 50 Brutpaare. Bei bereits angenehmen Temperaturen ging des am Vormittag schließlich durch das Glemstal zurück zum Ausgangspunkt.  

 

Rotmilan, Foto: Olaf Titko


Gemeinsamer Obstbaum-Schnittkurs von NABU und OWG Markgröningen

Am Freitagnachmittag, 18. Feb. fand im Gewann Hosenberg ein Obstbaum-Schnittkurs mit ca. 30 Teilnehmern statt. Der Kurs war eine gemeinschaftliche Aktion vom NABU und OWG Markgröningen.  Der Schnittkurs wurde von Fachwart*innen der Fachwartvereinigung Ludwigsburg e.V. Helga Österreicher-Lutz, Patricia Nowack und Roland Uhl geleitet.

Ziel des Kurses war es interessierten Laien Wissen über den Schnitt von Obstbäumen anschaulich zu vermitteln. Im Hintergrund steht auch die Erkenntnis, dass sich die zahlreichen Streuobstwiesen in unserer Kulturlandschaft nur mit vielen Händen mit Idealismus und Hobbyaktivtäten erhalten lassen. Dazu sollen auch gezielt Neulinge angesprochen werden. Es kann auch als Entspannung von beruflicher Belastung genutzt werden. Nach einer theoretischen Einführung in den Erziehungsschnitt von jüngeren Streuobstbäumen und in den Erhaltungsschnitt an Altbäumen ging es zur praktischen Umsetzung. 

Wegen der Corona Situation wurde auf jede Form von Vesper verzichtet. Zusätzlich sorgte der herannahende Sturm bei grundsätzlich angenehmen Temperaturen für übertrieben viel Frischluft. 


Freischneideaktion der Alten Römerstraße an der Brennerin

Am Samstag, den  29. Januar trafen sich einige Aktive des NABU zum 1. Teil  einer Freischneideaktion an der alten Römerstraße. Die Dezember 2022.



Weitere geplante Aktionen für 2022

> Teiche leerräumen und putzen

> verbuschte und hochgewachsene  Gehölze frei schneiden

> an unseren Trockenmauern weiter arbeiten

> Nistkästen reinigen

 

 Wer Lust und Zeit hat, kann sich gerne über unsere Homepage/Ansprechpartner oder unter der Tel.-Nr.  07145 – 7614 melden. 


NAJU Gruppe Markgröningen

Ein Interview mit Theo von der NAJU-Gruppe Markgröningen finden Sie hier.


Hundehaare gefährden Jungvögel

Bereits im letzten Jahr hat eine Studie aus den Niederlanden erwiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Tod von Jungvögeln und Hundehaaren gibt. Bei der Untersuchung von toten Jungvögeln haben die Forscher in ihnen hohe Konzentrationen von Antiparasitika entdeckt. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die Hunde gegen Zecken und Flöhe schützen sollen (Fipronil bzw. Imidacloprid). Die Forscher gehen davon aus, dass die Elternvögel Haare von Hunden als Nistmaterial verwendet haben, die mit Antiparasitika behandelt wurden. Dies wurde durch Haarproben aus Vogelnestern bestätigt, die die gleichen Schadstoffe wie in toten Nestlingen aufwiesen. Daraus wurde geschlossen, dass Nestlinge diese Substanzen über die ungefiederte Haut aufnehmen.

Foto: Dr. Christina Jehle

Wie kann man die Jungvögel schützen? 

Wenn Hundehalter ihre Hunde mit Antiparasitika behandeln, sollten Sie deren ausgebürstete Haare nicht für Vögel zugänglich im Freien entsorgen, sondern im Hausmüll. Dadurch wird zuverlässig verhindert, dass die belasteten Hundehaare als Nistmaterial verwendet und Jungvögel dadurch geschädigt werden.

 

Vielen Dank an unseren ortsansässigen Jäger, Manfred Decker, der uns auf diese Information aus der Jagdzeitschrift hingewiesen hat.