Mein Naturgarten



Der Naturgarten im Mai

Mähfreier Mai 

Wie wäre es mit einem mähfreien Mai? Dieser wird in Großbritannien schon lange als „No Mow May“ von vielen Rasenbesitzern praktiziert.

 

Im Mai sind viele Insekten noch schutzlos, da sie erst jetzt aus der Winterruhe kommen.

Außerdem sind im Frühjahr wichtige Nahrungsquellen für Insekten noch rar. Ein perfekt gepflegter Rasen bietet Insekten kaum Futter und Nistmöglichkeiten. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich der Anteil an nektarreichen Blüten um ein Zehnfaches erhöht, wenn man den Rasenmäher häufiger stehen lässt. So können heimische Wildblumen der Insektenwelt Nahrung zur Verfügung stellen. Letztendlich profitiert auch unsere Vogelwelt von solchen Maßnahmen, da die Vogelbrut in den ersten Wochen nur Insekten fressen kann. 

 

Wem eine große Fläche ungemähter Rasen zu unordentlich erscheint, kann zumindest einen Teil ungemäht stehen lassen. Einzelne "wilde Ecken" oder eine ungemähte Stelle inmitten des gepflegten Rasens ist für Insekten und andere Tiere bereits eine große Hilfe.

 

Wichtig ist, dass das Schnittgut nicht auf der Fläche liegen bleibt, sondern an anderer Stelle kompostiert oder als Mulch genutzt wird. Blühende Wiesenblumen bevorzugen einen mageren Standort, deshalb ist auch keine Düngung notwendig. Ganz ohne Kosten wird die Wiese immer schöner!

 

Insektenfreundliche Pflanzen anbauen 

Im Mai freuen sich Insekten z.B. über folgende Pflanzen: Akelei , Prachtspieren,  Ehrenpreis, Glockenblume, Malven, Tränendes Herz, Petunien und blühende Küchenkräuter.

 

Auf dem Balkon können nach den Eisheiligen folgende insektenfreundliche Blumen gepflanzt werden: 

Vanilleblume, Wandelröschen, Kapuzinerkresse, Lavendel, Margeriten, Salbei, Eisenkraut, Goldlack, Hornveilchen, Duftwicken, Prunkwinden.

 

Akelei (Fotos von Gerhard Pflüger)


Der Naturgarten im April

Torffrei Gärtnern

Im Frühjahr steigt die Nachfrage nach Blumenerde. Dabei ist vielen Menschen nicht bekannt, dass sich in den Plastiksäcken mit der Aufschrift „Erde“ größtenteils Torf befindet – der Stoff, aus dem unsere Moore bestehen. Jedes Jahr werden immense Mengen an Torf abgebaut. Einen Großteil verschlingt der Gartenbau. Aber nicht nur für viele seltene Pflanzen- und Tierarten, auch für unser Klima ist der Torfabbau fatal: Dadurch werden große Mengen Treibhausgase freigesetzt, die den Klimawandel beschleunigen!

 

Also: Achten Sie beim Kauf von Blumenerde auf die Aufschrift „ohne Torf“ oder „torffrei“!

Achtung: „torfreduziert“ oder „torfarm“ heißt: Hier ist noch jede Menge Torf drin! Auch sogenannte Bio-Erde kann Torf enthalten.

 

Gute Alternativen sind außerdem:

  • Kompost, denn er enthält alle wichtigen Nährstoffe und sorgt für eine sehr gute Bodenverbesserung.
  • Rindenhumus, z.B.  aus Fichtenrinde.  Dieser nimmt Nährstoffe und Wasser gut auf und gibt diese langsam an die Pflanzen ab, als nachwachsender Rohstoff und Nebenprodukt der Holzverarbeitung schont er unsere Umwelt.
  • Holzfasern; diese sorgen für eine lockere, feinkrümelige Struktur und damit für eine gute Durchlüftung der Erde, dies ist besonders wichtig für ein gutes Pflanzenwachstum.
  • Kokosfasern. Sie sind sehr strukturstabil, wirken so dem Schrumpfen der Erde entgegen, können Wasser sehr gut und sehr schnell aufnehmen, auch nach längerer Trockenzeit.

 

Weitere Anregungen für Naturgärtner im April:

 

Im April kommt der Frühling richtig in Gang: Obstbäume fangen an zu blühen, viele Zugvögel sind schon zurückgekehrt und singen. Die ersten Schmetterlinge sind im Garten zu entdecken und die Insekten sind wieder aktiv. Auch die gärtnerischen Aktivitäten kommen wieder voll in Schwung. Wie können Sie dabei in diesem Monat Wildbienen, andere Insekten und Tiere unterstützen? Hier einige leicht umzusetzende Tipps.

 

Vertrocknete Stauden behutsam entsorgen

Jetzt ist die beste Zeit, die Beete zu putzen und die Stauden zurück zu schneiden. Die Stauden kann man vorsichtig auf einen lockeren Haufen legen, damit die letzten Wintergäste noch ausschlüpfen können.

 

Natürlich Düngen

Zum Düngen brauchen wir keinen schädlichen Kunstdünger; gute Alternativen sind Brennnesseljauche, Gründüngung und eine Mulchschicht.

 

Vogeltränke aufstellen

Vogelbäder gibt es im Gartenhandel. Eine flache Schüssel, ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Suppenteller tun es aber auch. Stellen Sie die Vogeltränke an einer gut einsehbaren Stelle auf, damit keine Katze die Badegäste überrascht. Ein Baum in der Nähe ist gut, dort trocknen sich die Vögel nach dem Bad. Zur Vermeidung von Krankheiten achten Sie darauf, dass das Wasser sauber bleibt. Täglicher Wasserwechsel, Ausspülen und Sauberwischen gehören zum Pflichtprogramm.

Übrigens: in regenarmen Zeiten freuen sich auch Insekten über dieses Wasserangebot.

 

Insektenfreundliche Pflanzen anbauen 

Grundsätzlich gilt, dass solche Pflanzen besonders bienen- und insektenfreundlich sind, die reichhaltig an Nektar und Pollen sind. In Deutschland gehören vor allem die Vertreter folgender Pflanzenfamilien dazu: Rosengewächse, Raublattgewächse, Korbblütler, Lippenblütler, Doldenblütler, Hülsenfrüchtler, Schmetterlingsblütler
.

 

Im April freuen sich Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten z.B. über die Blüten von Obstbäumen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Katzenminze, Blaukissen, Küchenschelle, Vergissmeinnicht.


Der Naturgarten im März

In diesen Tagen, besonders wenn die Sonne intensiver scheint, die Temperaturen steigen und es nach Frühling riecht, zieht es uns nach draußen. Im März beginnen wir, unseren Garten für die neue Saison vorzubereiten. Das ist die Gelegenheit, in die Planung auch Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt einzubeziehen. Wie wäre es mit ein paar guten Vorsätzen fürs neue Gartenjahr?

 

Nisthilfen für Wildbienen

 

 

 

Der März ist eine gute Zeit, um im Garten und auf dem Balkon Nisthilfen für Wildbienen zu schaffen. 

Viele dieser Nisthilfen bringen leider nicht den erwünschten Nutzen, manche können sogar schaden. 

 

Empfehlenswert und besonders einfach herzustellen sind Nisthölzer mit Bohrgängen für hohlraumbewohnende, solitär lebende Wildbienenarten. Dazu verwenden wir abgelagertes Hartholz. Idealer Weise wird ins Längsholz gebohrt, also nicht in das Hirnholz, das an den kreisförmigen Jahresringen zu erkennen ist. Die Bohrlöcher sollten einen unterschiedlichen Durchmesser haben, zwischen drei und acht Millimetern. Je größer der Bohrdurchmesser ist, desto größer muss der Abstand zwischen den Bohrlöchern sein (ein bis zwei Zentimeter), um Risse zu vermeiden. Die Bohrtiefe entspricht der jeweiligen Bohrerlänge. Das Holzstück darf nicht durchbohrt werden, muss also tief genug sein. Achten Sie darauf, dass das Loch innen und am Rand glatt ist. Befestigen Sie die Nisthilfe an einem möglichst sonnigen, regen- und windgeschützten Standort stabil und sorgen sie für eine freie Flugbahn.

 

Links: Löcher im Querholz sind ungünstig wegen der Rissbildung                              Rechts: Besser Löcher im Längsholz

 

Strangfalzziegel werden deutlich lieber besiedelt als Loch- und Hohlziegel.

 

Oft sieht man an gekauften Nisthilfen horizontal gebündelte markhaltige Stängel. Die Insekten orientieren sich aber in der Natur an freistehenden, mehr oder weniger vertikalen Strukturen. Stecken Sie also Stängel, z.B. von Brombeeren, Himbeeren oder Rosen senkrecht und eher einzeln mit Abstand z.B. in einen Eimer mit Sand oder binden Sie sie irgendwo fest. 


 

Offene Bodenflächen mit Lehm und Sand: Viele Insekten, etwa die Mauerbiene, benötigen Lehm, um ihre Nester zu bauen. Sie verschließen damit die Bruthöhlen. Einige bauen sogar Nester, die nur aus Lehm bestehen. Auch Sandflächen werden dankbar angenommen. Zum Beispiel verschiedene Seidenbienen graben ihre Bruthöhlen in den Sand und legen dort ihre Eier ab. Wer Insekten helfen möchte, kann dies ganz einfach mit der Anlage einer offenen Bodenfläche tun. Auf dieser Sand, Lehm, Löss oder Ton aufbringen.

 

Insekten brauchen wie alle anderen Lebewesen Wasser. Eine Wasserstelle, bevorzugt eine Lehmpfütze, die ständig feucht gehalten wird, ist also eine wichtige Überlebenshilfe, gerade in Hitzezeiten.

 

 

 

Hier einige weitere leicht umzusetzende Tipps:  

  • Lassen Sie zumindest einen Teil ihres Rasens zu einer Blumenwiese werden. 
  • Pflanzen Sie eher einheimische Gewächse. Mit Exoten wie Thuja, Bambus und Kirschlorbeer, auch mit Forsythien und Geranien können unsere Tiere wenig anfangen.
  • Verzichten Sie auf gefüllte Blüten, in denen Bienen keine Pollen und keinen Nektar mehr finden.
  • Verzichten Sie auf Torf und Pestizide.
  • Lassen Sie kleinere Stellen im Garten verwildern.
  • Legen Sie einen Totholzstapel an.
  • Sorgen Sie für Wasserstellen.
  • Schichten Sie einen Steinhaufen oder eine Trockenmauer auf. 
  • Sorgen Sie dafür, dass Insekten das ganze Jahr über Blüten mit Nektar und Pollen vorfinden. 

Im März freuen sich Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten z.B. über Veilchen, Primeln, Schlüsselblumen, Buschwindröschen, Lerchensporn, Leberblümchen, Kornelkirschen, Salweiden und Schlehen.

 

So bieten Sie einen idealen Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere, die es in unserer verarmenden Landschaft immer schwerer haben, ausreichend Nahrung und Unterschlupf zu finden. 


Der Naturgarten im Februar

Wildkräuter im Garten wachsen lassen - und genießen

 

Früchte und Gemüse bietet uns der Garten im Frühling noch nicht. Dafür sprießt überall zartes Blattgrün, das sich ebenso wie junge Blütenknospen in der Küche vielfältig verwenden lässt. 

Viele Pflanzen, die bisher als Unkraut galten, erweisen sich als doppelt nützlich: Zum einen bereichern sie als Würz- und Heilpflanzen unseren Speiseplan: Viele Wildkräuter stecken voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe – und diese Superfood gibt’s gratis!

Zum anderen bieten sie auch für Vögel, Insekten und andere Wildtiere wertvolle Nahrung.

Im zeitigen Frühling ist die beste Zeit im Jahr, um heimisches Grün auf kulinarische Art kennenzulernen.

Tun sie sich und vielen Insekten etwas Gutes und geben Sie Wildkräutern einen Platzen Ihrem Garten.

 

Einige diese Kräuter wollen wir Ihnen vorstellen:

Die Knoblauchsrauke

Die zarten Blätter dieses Kreuzblütlers  schmecken leicht nach Knoblauch und haben durch die enthaltenen Senföle eine angenehme Schärfe. Sie können  zu Pesto oder in Kräuterbutter und Salaten verarbeitet werden. 

 

Für viele Schmetterlingsarten ist die Knoblauchsrauke im Frühling und Frühsommer ein guter Nektarlieferant. Zu den Tieren, die dort trinken, gehören das Waldbrettspiel und der Aurorafalter. Für letzteren ist sie außerdem eine wichtige Raupenfutterpflanze.

Die Raupen weiterer Tag- und Nachtfalterarten, darunter unter anderem die Achateule (Phlogophora meticulosa) und der Grünader-Weißling (Pieris napi), ernähren sich ebenfalls von den Blättern der Knoblauchsrauke.


Die Vogelmiere ist mit ihren kleinen, weißen, sternförmigen Blüten meist eine der ersten blühenden Pflanzen nach dem Schnee. Sie lässt sich als Salat verwenden und schmeckt dabei nicht nur gut, sondern ist auch ausgesprochen gesund. Sie  befreit von Giftstoffen, regt die Nierentätigkeit und die Lymphe an und löst Schleim aus den Atemwegen. Die Vogelmiere kann ganzjährig geerntet und verzehrt werden.

Als Bodendecker behütet die Vogelmiere den Gartenboden vor dem Austrockenen und hält das Bodenleben gesund, welches für eine reiche Ernte und gesunde Pflanzen unverzichtbar ist. 



Wer jetzt noch denkt, die Vogelmiere wäre ein „Unkraut“, dem sei ganz nebenbei noch gesagt, dass sie zusätzlich zu ihren positiven Eigenschaften für uns Menschen auch bei Faltern und vielen Säugetieren sehr beliebt ist. Zudem ist die Vogelmiere und besonders ihre Samen, wie ihr Name erahnen lässt, eine Lieblingsspeise der Vögel.

 

Vogelmiere im Garten oder auf dem Hinterhof kann also eine große Bereicherung sein.

 

Der Gundermann

Blätter und Blüten sind sind essbar, sehr vitaminreich und im Geschmack eher scharf-herb. Seine frischen Blätter schmecken sehr gut im Salat, getrocknet in Kräutersalz, gekocht als Gemüse, als  Gewürz in Suppen. 

 

Der Gundermann ist eine der wichtigsten Frühjahrsblumen für vielerlei Wildbienen und andere Insekten wie Schwebfliegen, Wollschweber, Käfer, Ameisen und  einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).

 

 

Die Brennnessel gilt als heimisches Superfood. Im Salat, als Tee oder zubereitet wie Spinat liefern die Blätter wertvolles pflanzliches Eiweiß, eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Eisen (doppelt so viel wie Spinat!), und weitere Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken und Entzündungen hemmen.

Besonders wichtig ist die Brennnessel als Futterpflanze für Raupen. Es gibt Schmetterlingsarten, wie die bekannten Tagfalterarten Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral und Landkärtchen, deren Raupen sich ausschließlich von Brennnesseln ernähren. Aber auch Nesselzünsler, Kugelspinnen und Ohrwürmer nutzen die Blätter als Versteck. Verschiedenen Schneckenarten dient die Pflanze als Ruheplatz oder sie suchen den feuchten Schatten am Boden auf. Für Marienkäferarten und viele andere Käfer dient die Brennnessel als Ort für die Jagd nach kleineren Insekten. Der Pflanzensaft ist ebenfalls Nahrung für Schaumzikaden und Wanzen sowie deren Nachwuchs.

 


Der Naturgarten im Winter

Vögel füttern?

Das Füttern von Vögeln zur Winterzeit hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Es ist bei vielen Vogelfreund*innen beliebt und von Beginn an auch in unserem Verband verankert. An Futterstellen lassen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten. So ist das Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt zudem Artenkenntnis. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben. Der NABU empfiehlt daher die Winterfütterung, auch wenn wir damit keine bedrohten Tierarten schützen können, da diese gar nicht zu den Futterstellen im Garten kommen,

 

Wichtig ist dabei, folgende Regeln einzuhalten:

  • Wählen Sie Futterspender (Futtersilos), bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. 
  • Sollten Sie dennoch herkömmliche Futterhäuschen verwenden, dann reinigen Sie diese regelmäßig mit heißem Wasser und legen Sie täglich nur wenig Futter nach. 
  • Platzieren Sie Futterspender an einer übersichtlichen Stelle, so dass sich keine Katzen anschleichen und Sie gleichzeitig die Vögel gut beobachten können. 
  • Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.
Bei uns überwintern auch Weichfutterfresser. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten.
Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. Achtung: Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. 
  • Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.


Der Naturgarten im November

Den Garten naturfreundlich winterfest machen 

Die Tage werden kürzer und die ersten kalten Nächte kündigen den nahenden Winter an. Im Garten gilt es nun, diesen „winterfest“ zu machen. Dabei können wir als Naturgärtner gut für unsere Pflanzen und gleichzeitig für die Tierwelt sorgen.

Das Herbstlaub im Garten behalten.

Behalten Sie das Laub in Ihrem Garten. Die angefallenen Blätter dienen dem Boden unter empfindlichen Bäumen und Sträuchern als Isolierung gegen Frost.

Vor allem flachwurzelnde Pflanzen wie Johannis- und Stachelbeeren können diesen Schutz gut gebrauchen. Bis zum Frühjahr hat sich das Laub zersetzt und ist nun ein guter Dünger. Für die Natur ist es freilich am besten, das Laub dort, wo es nicht stört, liegen zu lassen oder zu Haufen zusammenzukehren. Denn sobald die Temperaturen sinken, beginnen viele Tiere mit der Suche nach geeigneten frostfreien Winterverstecken.

Laub, das nicht zur Abdeckung von Pflanzen benötigt wird, sollte auf einen oder mehrere Haufen zusammengerecht werden. Für Igel, verschiedene Insekten, Mäuse, Kriechtiere und Amphibien, Regenwürmer und Spinnen ist Laub teilweise überlebenswichtig. Sie können im Laubhaufen den Winter verbringen und nutzen diesen oft noch weit bis ins Frühjahr hinein. Man braucht es also nicht eilig haben, ihn wegzuräumen.

 

 Totholzhaufen anlegen

Im Herbst werden Bäume, Hecken und Sträucher beschnitten. Der Herbstschnitt von Laub- und Obstgehölzen lässt sich hervorragend zu einem Reisighaufen für Tiere zusammenlegen, dabei bitte auf Stabilität achten. Auch dicke Stammstücke stehen oder liegen zu lassen, ist eine wertvolle Maßnahme. Viele Tiere überwintern sicher im Schutz des Geästs am Boden, in Käferbohrlöchern, unter der Rinde und in anderen Hohlräumen.

 

Komposthaufen anlegen 

Ein Komposthaufen schenkt Ihnen nicht nur wertvollen Dünger, sondern bietet auch zahlreichen Tieren Versteck und Nahrungsquelle. Durch die Zersetzungsprozesse ist es im Komposthaufen ein paar Grad wärmer als außerhalb. Diesen Umstand nutzen z.B. Amphibien und verstecken sich im Winter gerne darin. Deshalb sollten Sie ihren Komposthaufen nicht im Winter umschichten, sondern damit bis im Frühsommer warten.

„Insektenhotels“.

 Stängel und verblühte Stauden stehen lassen

Wenn Sie abgeblühte Stauden nicht im Herbst schneiden, sondern erst im Frühjahr, ermöglicht das vielen Insekten, in den hohlen Stängeln und den Blattachsen zu überwintern – und hilft übrigens wesentlich mehr Arten als die üblichen 


Der Naturgarten im Oktober

Heimische Sträucher pflanzen und Wildhecken anlegen

Der Herbst ist die beste Pflanzzeit für Bäume und Sträucher. Wenn Sie in Ihrem Garten neue Sträucher pflanzen oder eine Hecke anlegen wollen und dabei etwas für die heimische Tierwelt tun wollen, dann greifen Sie auf heimische Pflanzen zurück.  Fremdländische Ziergehölze (z.B. Thuja, Kirschlorbeer, Rhododendron, Forsythien, Flieder) sind für unsere heimischen Tierarten nur von geringem Nutzen. Auch der Sommerflieder, der zwar vielen Schmetterlingen Nahrung bietet, ist ökologisch gesehen nicht unproblematisch. Er gilt als invasive Art, verbreitet sich sehr rasant und verdrängt damit heimische Pflanzenarten. Vor allem in naturnahen Stadtrandbereichen sollte er nicht gepflanzt werden.


Im schützenden Dickicht von heimischen Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen nisten gerne viele Vögel. Im Herbst sorgen die bunten Beeren für einen reich gedeckten Tisch: Von Vogelbeere und Schwarzem Holunder ernähren sich beispielsweise jeweils über 60, vom heimischen Wachholder 43 Vogelarten; die Früchte des heimischen Weißdorns werden von 32 Vogelarten gefressen. Exotische Sträucher dagegen bieten jeweils höchstens einzelnen Vogelarten Nahrung. 

 

 

Fotos: Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Eberesche (Vogelbeere), Wacholder

 

Während heimische Wildsträucher auch ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten in allen Entwicklungsstadien bieten, wird man an exotischen Gehölzen in unseren Gärten kaum jemals Fraßspuren von Raupen finden. 


Viele gute Gründe also, im Herbst ein paar einzelne heimische Sträucher zu setzen oder eine ganze Wildhecke aus mehreren Arten anzulegen. Übrigens sind heimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und Schädlinge, vor allem, wenn wir uns nach den Standortansprüchen der einzelnen Arten richten. Wir können uns dabei in etwa daran orientieren, was in der näheren Umgebung wildwachsend vorkommt. Viele gute Tipps dazu gibt es auch hier.

 


Der Naturgarten im September

Mit dem 1. September beginnt der meteorologische Herbst. Das ist die Zeit, schon erste Vorbereitungen für den Winter und für das nächste Jahr zu treffen.

Unterschlupfmöglichkeiten schaffen für Winterschläfer

Igel fangen bereits im September an, nach einem sicheren Platz zum Überwintern zu suchen. Sie können die stacheligen Tiere unterstützen, indem Sie das erste Laub, das im September bereits fällt, in Haufen zusammenharken und in einer geschützten Ecke des Gartens liegen lassen. Verzichten Sie auf Laubsauger!

 

Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Neben diesen natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten können Sie zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen, das mit Laub gefüllt wird. Sorgen Sie außerdem regelmäßig für frisches Trinkwasser, zum Beispiel mit einem Vogelbad oder einer Tränke im Garten.

 

Wenn Sie sicher sind, dass die letzten Jungvögel ausgeflogen sind, sollten Sie die Nistkästen in Ihrem Garten ausputzen und zwar möglichst schon vor Mitte September. Denn danach nutzen Fledermäuse, Hummelköniginnen oder andere Winterschäfer diese gerne als Unterschlupf.

Lockern statt Umgraben

Früher war das Umgraben von Beeten im Herbst Standard. Heute wissen wir, dass es in jeder Bodenschicht einen wohlgeordneten Mikrokosmos gibt mit Regenwürmern und Billionen von Kleinstlebewesen. Durch das Umschichten bringt man diesen Mikrokosmos des Gartenbodens durcheinander und das ist für die meisten Böden eher schädlich als nützlich.

Zum Lüften und Lockern des Bodens sind Werkzeuge wie Grabegabel und „Sauzahn“ nützliche Alternativen zum Spaten.

 

Schonende Schneckenabwehr

Gerade nach den üppigen Regenfällen der letzten Wochen finden sich wieder viele Nacktschnecken im Garten. Damit sie nicht unsere liebevoll gepflegten Blumen und Gemüsepflanzen verspeisen, sollten sie entfernt werden. Dafür braucht es keine chemischen Mittel, die auch andere Tiere schädigen. Wir können sie aufsammeln und dabei ein paar Tricks nutzen, um sie aufzuspüren, ohne lange zu suchen: Abends nasse Bretter oder ein paar Salatblätter unter einem nassen Sack neben die Beete legen; dann finden sich ziemlich sicher reichlich Exemplare in diesen Verstecken. 

 

Wir können auch vorsorglich tätig werden: Schnecken produzieren bis in den Herbst hinein Nachwuchs. Wir können die Orte aufspüren, wo die Eier abgelegt werden. Vorzugsweise finden sich die Gelege unter schweren Gefäßen, Brettern und Steinen oder in Erdlöchern. 

Es reicht meist, die perlenähnlichen weißen Eier einfach freizulegen; dann vertrocknen sie in der Sonne oder Vögel picken sie auf. Von den beliebten Bierfallen ist abzuraten, sie ziehen noch mehr Schnecken an.

Übrigens: Weinbergschnecken richten in der Regel keinen Schaden im Garten an und stehen als gefährdete Art unter Schutz. 

 

 

Außerdem gibt es eine Art von Nacktschnecken, über deren Auftauchen in Ihrem Garten Sie sich freuen dürfen: den Tigerschnegel. Denn neben totem Pffanzenmaterial stehen Nacktschnecken auf dem Speiseplan dieses Artgenossen im Raubtierlook.


Der Naturgarten im August

  

 

Hecken schonend schneiden

Zu Musikfest und Schäferlauf soll es rund um Haus und Garten ordentlich aussehen. Deshalb schneiden viele MarkgröningerInnen im August ihre Hecken. Dabei ist im Sinne des Naturschutzes folgendes zu beachten: 

 

Laut Bundesnaturgesetz (BNatSchG § 39 Abs. 5) ist es im Zeitrum vom 1. März bis 30. September verboten, eine Hecke stark zurückzuschneiden, d.h. abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Eine Ausnahme besteht nur, wenn Hecken auf den Gehweg oder die Straße hinauswachsen und die Sicherheit gefährden. Diese Vorschrift dient vor allem dem Schutz heimischer Vögel, die im Schutz dichter Gehölze gerne ihre Nester bauen und die Brut aufziehen. Kleinere Pflege- und Formschnitte sind erlaubt. Aber achten Sie bitte auch dabei auf Nester und Jungvögel und verschieben den Schnitt ggf., bis diese flügge sind. 

 

Insektenfreundliche Pflanzen anbauen 

Für Insekten wird es ab August schon schwieriger, Nektar und Honig zu sammeln, weil weniger blühende Pflanzen zur Verfügung stehen. Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten freuen sich über einjährige Sommerblumen wie Ringelblume, Kapuzinerkresse, Tagetes, Astern, Kosmeen und Zinnien; Wildkräuter wie Hornklee, Johanniskraut, Wilder Majoran, Wilde Möhre und andere Doldenblütler; Stauden und Sträucher wie Kugeldistel, Blauraute, Malve, Blutweiderich, Efeu, Fingerstrauch.

 

Foto oben: Zinnien und Kosmeen

Fotos unten: Hornklee, Johanniskraut,Kugeldistel,  Fingerstrauch, Wilder Majoran, Wilde Möhre


Der Naturgarten im Juli

Pflanzenjauchen: Natürlichen Dünger ganz einfach, umweltverträglich und kostenlos selbst herstellen

Im Juli wachsen im Gemüsegarten viele Pflanzen heran, die auf kräftige Düngung angewiesen sind wie Tomaten, Gurken, Zucchini, und Kohl. Naturgärtner nutzen dazu u.a. Pflanzenjauchen.

Diese enthalten viel Stickstoff und Kali. Sie sind damit für viele Pflanzen eine gute Stärkung und fördern ein gesundes Bodenleben.

 

Jauchen lassen sich aus verschiedenen Pflanzen herstellen, die sich oft im eigenen Garten finden, z.B.  Beinwell, Schachtelhalm, Giersch, Löwenzahn, Knoblauch, Zwiebel und Kamille. Brennnesseln (s. Foto) eignen sich ganz besonders gut zum Verjauchen.

 

So geht’s: Ein Gefäß (nicht aus Metall!) mit luftdurchlässigem Deckel zu Dreiviertel mit 1 kg zerkleinerter Pflanzenmasse ohne Samen und 10 Liter Regenwasser oder abgestandenem Wasser füllen. Täglich umrühren. Wenn die Jauche aufgehört hat zu schäumen, ist sie gebrauchsfertig. 

 

Sie wird auf durchfeuchtetem Boden verdünnt (1-2 Liter Jauche auf 10 Liter Wasser) nah am Boden aufgebracht.


Der Naturgarten im Juni

Arbeit und Wasser sparen durch Mulchen

 

Nackte Erde kommt in der Natur kaum vor. Sie ist allen Elementen schutzlos ausgeliefert und verkrustet schnell, dadurch wird das Bodenleben lahm gelegt. Bodenbedeckung ist deshalb eine wichtige Schutzmaßnahme. Eine bewährte Maßnahme in naturnahen Gärten ist das Mulchen, also das klein- oder großflächige Bedecken des Bodens mit unverrotteten organischen Materialien.

 

Das können organische Abfälle sein, zum Beispiel Grasschnitt, Stroh, Laub, Blätter von Gemüse, auch Wildkräuter (ohne Samen). Dieses Material wird, wird erst etwas angetrocknet und dann locker über den Boden verteilt. Die Decke sollte 2-4 cm hoch sein. Durch diese Schicht entsteht Wärme, die die Aktivität der Bodenlebewesen begünstigt. Die Bodenqualität nimmt zu, die Humusschicht wächst. Und, ganz wichtig in diesen teilweise sehr trockenen Sommern: der Boden behält seine Feuchtigkeit. Wildkräuter haben es dagegen schwer unter der Mulchdecke, denn Samen können schwerer zum Boden durchdringen und sprießende Pflänzchen werden erstickt. 

 

 

 

 

 

Beinwell eignet sich als kalihaltiges Spezialmaterial sehr gut für Bodendecken, Tomaten zum Beispiel gedeihen gut mit Beinwellmulch.

 

 

 

 

 

 

 

Foto Gerhard Pflüger


Der Naturgarten im Februar

Insekten sind für das Gleichgewicht der Ökosysteme unentbehrlich. Sie sind für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen zuständig, verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens, sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft. Sie bilden eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl weiterer Tiergruppen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Reptilien. 

 

Doch in den letzten Jahrzehnten sind  bekanntermaßen ihre Bestände dramatisch zurückgegangen.

 

Wer einen eigenen Garten oder auch nur einen Balkon hat, kann einen Beitrag dafür leisten, Insekten einen Lebensraum und Nahrung zu bieten. Viele Tipps und Anleitungen, was der /die Einzelne im Garten oder auf dem Balkon anpflanzen kann, finden sich unter: www.NABU.de/gartenvielfalt

 

Insektenfreundliche Pflanzen anbauen 

Für die schon früh im Jahr fliegende Insekten ist das Nahrungsangebot noch besonders karg. Daher sollten insektenfreundliche GärtnerInnen auf jeden Fall möglichst viele Frühblüher pflanzen. 

 

Im Februar freuen sich Wildbienen und Co. z.B. über Winterlinge, Gänseblümchen, Winterjasmin, Lenzrosen, Schneeglöckchen, Krokusse, Seidelbast. 

Winterlinge, Lenzrosen und Seidelbast


Tipps zum Gärtnern im Herbst:

  • Verblühte Stauden stehen lassen als Winterquartier für Insekten und Nahrungsquelle für Vögel
  • Laubhaufen anlegen als frostfreien Schlafplatz für Igel und Co.
  • Bäume, Sträucher und Frühblüher pflanzen, die Insekten und Vögel Nahrung und Unterschlupf bieten, zum Beispiel Weide und Kornelkirsche
  • Reisighaufen aufschichten oder als Benjeshecke anlegen, damit Eidechsen, Frösche und Vögel ein sicheres Quartier haben
  • Ein wenig Fallobst liegen lassen, das freut einige Insekten und Vögel
  • Nistkästen mit einer Bürste ausfegen, dann stehen sie als Unterschlupf im Winter bereit.
  • Nicht zu viel aufräumen. 

Igel im Garten: Tierische Leckerbissen gesucht

 

Darf Laub sowie Grün-, Baum- und Heckenschnitt in einer Gartenecke oder unter Hecken und Bäumen liegen bleiben, finden die Stacheltiere dort viele Leckerbissen. An einem geschützten Platz können sie frostfrei überwintern. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Käfer, aber auch andere Kleintiere, die sich unter dem Laub verstecken.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.


Der NABU informiert: Winterfütterung für Vögel

Das Füttern von Vögeln zur Winterzeit hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Es ist bei vielen Vogelfreund*innen beliebt und von Beginn an auch in unserem Verband verankert. An Futterstellen lassen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten. So ist das Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt zudem Artenkenntnis. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben. Der NABU empfiehlt daher die Winterfütterung, auch wenn wir damit keine bedrohten Tierarten schützen können, da diese gar nicht zu de Futterstellen im Garten kommen.


Wichtig ist dabei, folgende Regeln einzuhalten:

  • Wählen Sie Futterspender (Futtersilos), bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. 
  • Sollten Sie dennoch herkömmliche Futterhäuschen verwenden, dann reinigen Sie diese regelmäßig mit heißem Wasser und legen Sie täglich nur wenig Futter nach. 
  • Platzieren Sie Futterspender an einer übersichtlichen Stelle, so dass sich keine Katzen anschleichen und Sie gleichzeitig die Vögel gut beobachten können. 
  • Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.
 Bei uns überwintern auch Weichfutterfresser. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. 
Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel bzw. -ringe kaufen kann. Achtung: Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. 
  • Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.


Ausführliche Infos finden sie hier.

Winterquartiere für Tiere im Garten

Gärten sind wichtige Rückzugsorte für Igel, Insekten und Amphibien. Mit wilden Ecken und einfachen Maßnahmen finden sie ein gemütliches Plätzchen zum Überwintern. Es macht kaum mehr Arbeit, im Gegenteil oft sogar weniger, einen Beitrag  zur Erhaltung der Artenvielfalt im eigenen Garten zu leisten. 


Allgemeines zum Naturgarten

Echte Kamille
Echte Kamille

So manch einem Kleingärtner ist er ein richtiger Dorn im Auge - Nachbars Naturgarten. Schnecken und anderes Ungeziefer tummelt sich dort fröhlich inmitten von Unkraut und einem wilden Durcheinander von Blumen und Beeren von denen keiner so genau weiß, wie die überhaupt dort hingekommen sind... Der eigene akkurat angelegte Garten ist in Gefahr, der nachbarschaftliche Kontakt
gerät in Schieflage...

 

Aber schauen wir doch einmal genau hin, was dort, im ungeordneten, anarchischen Chaos des Naturgartens tatsächlich passiert. So chaotisch ist das nämlich garnicht. Im Gegenteil, gerade im Naturgarten hat alles seine Ordnung und seinen Platz.

 

Kleine geschichtliche Exkursion

Erstmalig erwähnt wurde der Naturgarten bereits im 18. Jahrhundert. Später dann, ab dem 19. Jahrhundert beeinflusste der sogenannte Landschaftsgarte alle nachfolgenden Gartenströmungen. Der späthistoristische Landschaftsgarten des ausgehenden Jahrhunderts repräsentierte das aufstrebende Bürgertum. Der Garten wurde zunehmend zu einem Betätigungsfeld des Bildungsbürgers.

Erst im 20. Jahrhundert wurde der Naturgarten als eigene Stilrichtung etabliert. Allerdings bleibt er eine Strömung innerhalb des „Gartens im 20. Jahrhundert“ der durch die Moderne geprägt ist. Entsprechend verlaufen die Entwicklungen des Naturgartens zeitlich parallel mit denen des Reformgartens, des Architekturgartens, des Landschaftlichen Wohngartens und den Gartenschöpfungen der Postmoderne. Einerseits grenzen sich die genannten Stile deutlich und besonders intellektuell voneinander ab, und dennoch findet man in den einzelnen Gartenstilen immer wieder gleiche oder sich ähnelnde Aspekte. Gemeinsam haben alle, dass die erwähnten Gartenformen als Abbild einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Naturverständnis und -Verhältnis interpretiert werden können. gerät die naturnahe Gartengestaltung wieder vermehrt in den Fokus der Allgemeinheit.Durch die breiter werdende gesellschaftliche Abstützung von Umweltthemen gerät die naturnahe Gartengestaltung wieder vermehrt in den Fokus der Allgemeinheit. (Quelle: Wikipedia)

 

Die Bedeutung des Naturgartens

Naturgärten beherbergen in der Regel eine große Artenvielfalt. Allzu viele wissenschaftliche Untersuchungen gibt es hierzu allerdings nicht. Im niedersächsischen Osnabrück wurde ein 2600 Quadratmeter großer Naturgarten auf Biodiversität untersucht. Eine der wenigen wissenschafltichen Arbeiten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Innerhalb von fünf Jahren wurden 18 verschiedene Säugetiere, 69 Vogelarten (davon 27 Brutvögel), 16 Tagfalter- und 12 Hummelarten nachgewiesen, darunter einige seltene und gefährdete Arten der Roten Liste. Diese Vielfalt wird hauptsächlich drei Faktoren zugeschrieben: dem Strukturreichtum des Gartens, dem Vorhandensein kaum begangener Ruhezonen und der Anbindung an weitere, teilweise ebenfalls naturnah bewirtschaftete Freiflächen.

 

Strukturreichtum

Der Strukturenreichtum im Naturgarten bietet Lebensraum für viele Arten mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen. Gemüse-, Blumen- und Kräuterbeete, Beeren- und Ziersträucher, Obstbäume, Wiesen und Rasen, Hecken; Krautsäume und feuchte Zonen, Bruchsteinmauern, Flächen mit Totholz und aufgeschichtetem Schnittgut, Komposthaufen und Wege werden von jeweils charakteristischen Artengruppen genutzt. Zudem gibt es viele Tiere, die für ihre Entwicklung gleich mehrere solcher Kleinstrukturen benötigen. Das Grüne Heupferd legt seine Eier in den offenen Boden, lebt als Jungtier in der Krautschicht und geht nach abgeschlossener Entwicklung ins Laub von Büschen und Bäumen. Glühwürmchen brauchen wie die Schnecken, von denen sie sich ernähren, nebeneinander warme, besonnte Flächen und schattige, feuchte Stellen, wo sie sich an warmen Sommertagen zurückziehen können. Der Zilpzalp, ein recht häufiger Gartenbewohner, brütet am Boden, die weiblichen Tiere pflegen auch in Bodennähe und der Krautschicht zu jagen, während dagegen die männlichen Vögel als Jagdgebiet und Singwarte Baumkronen bevorzugen.


Die Bedeutung von Naturgärten für die Biodiversität darf nicht unterschätzt werden. Der Wert für die Erhaltung der Biodiversität liegt nicht zuletzt in den Gärtnerinnen und Gärtnern. In Naturgärten sind Menschen am Werk, die genau hinschauen, Freude an Entdeckungen haben, Veränderungen wahrnehmen, Neugier entwickeln und sich daran freuen, dass sie die paar Quadratmeter, für die sie verantwortlich sind, mit andern Lebewesen teilen. Solche Menschen tun der Welt gut, nicht nur auf den paar Quadratmetern.


Der Weg zum eigenen Naturgarten

Eine erste Anleitung zur Erschaffung Ihres  eigenen Paradieses finden Sie hier. Wenn Sie bereits einen Naturgarten Ihr Eigen nennen, können Sie gerne ein paar Fotos an k.woehler@bluescript.org (Webmasternin) schicken. Wir werden diese dann in einer kleinen Bildergalerie veröffentlichen.

 

Bildergalerie