Mein Naturgarten


Der Naturgarten im Februar

Insekten sind für das Gleichgewicht der Ökosysteme unentbehrlich. Sie sind für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen zuständig, verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens, sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft. Sie bilden eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl weiterer Tiergruppen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Reptilien. 

 

Doch in den letzten Jahrzehnten sind  bekanntermaßen ihre Bestände dramatisch zurückgegangen.

 

Wer einen eigenen Garten oder auch nur einen Balkon hat, kann einen Beitrag dafür leisten, Insekten einen Lebensraum und Nahrung zu bieten. Viele Tipps und Anleitungen, was der /die Einzelne im Garten oder auf dem Balkon anpflanzen kann, finden sich unter: www.NABU.de/gartenvielfalt

 

Für die schon früh im Jahr fliegende Insekten ist das Nahrungsangebot noch besonders karg. Daher sollten insektenfreundliche GärtnerInnen auf jeden Fall möglichst viele Frühblüher pflanzen. 

 

Im Februar freuen sich Wildbienen und Co. z.B. über Winterlinge, Gänseblümchen, Winterjasmin, Lenzrosen, Schneeglöckchen, Krokusse, Seidelbast. 

Winterlinge, Lenzrosen und Seidelbast


Tipps zum Gärtnern im Herbst:

  • Verblühte Stauden stehen lassen als Winterquartier für Insekten und Nahrungsquelle für Vögel
  • Laubhaufen anlegen als frostfreien Schlafplatz für Igel und Co.
  • Bäume, Sträucher und Frühblüher pflanzen, die Insekten und Vögel Nahrung und Unterschlupf bieten, zum Beispiel Weide und Kornelkirsche
  • Reisighaufen aufschichten oder als Benjeshecke anlegen, damit Eidechsen, Frösche und Vögel ein sicheres Quartier haben
  • Ein wenig Fallobst liegen lassen, das freut einige Insekten und Vögel
  • Nistkästen mit einer Bürste ausfegen, dann stehen sie als Unterschlupf im Winter bereit.
  • Nicht zu viel aufräumen. 

Igel im Garten: Tierische Leckerbissen gesucht

 

Darf Laub sowie Grün-, Baum- und Heckenschnitt in einer Gartenecke oder unter Hecken und Bäumen liegen bleiben, finden die Stacheltiere dort viele Leckerbissen. An einem geschützten Platz können sie frostfrei überwintern. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Käfer, aber auch andere Kleintiere, die sich unter dem Laub verstecken.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.


Allgemeines zum Naturgarten

Echte Kamille
Echte Kamille

So manch einem Kleingärtner ist er ein richtiger Dorn im Auge - Nachbars Naturgarten. Schnecken und anderes Ungeziefer tummelt sich dort fröhlich inmitten von Unkraut und einem wilden Durcheinander von Blumen und Beeren von denen keiner so genau weiß, wie die überhaupt dort hingekommen sind... Der eigene akkurat angelegte Garten ist in Gefahr, der nachbarschaftliche Kontakt
gerät in Schieflage...

 

Aber schauen wir doch einmal genau hin, was dort, im ungeordneten, anarchischen Chaos des Naturgartens tatsächlich passiert. So chaotisch ist das nämlich garnicht. Im Gegenteil, gerade im Naturgarten hat alles seine Ordnung und seinen Platz.

 

Kleine geschichtliche Exkursion

Erstmalig erwähnt wurde der Naturgarten bereits im 18. Jahrhundert. Später dann, ab dem 19. Jahrhundert beeinflusste der sogenannte Landschaftsgarte alle nachfolgenden Gartenströmungen. Der späthistoristische Landschaftsgarten des ausgehenden Jahrhunderts repräsentierte das aufstrebende Bürgertum. Der Garten wurde zunehmend zu einem Betätigungsfeld des Bildungsbürgers.

Erst im 20. Jahrhundert wurde der Naturgarten als eigene Stilrichtung etabliert. Allerdings bleibt er eine Strömung innerhalb des „Gartens im 20. Jahrhundert“ der durch die Moderne geprägt ist. Entsprechend verlaufen die Entwicklungen des Naturgartens zeitlich parallel mit denen des Reformgartens, des Architekturgartens, des Landschaftlichen Wohngartens und den Gartenschöpfungen der Postmoderne. Einerseits grenzen sich die genannten Stile deutlich und besonders intellektuell voneinander ab, und dennoch findet man in den einzelnen Gartenstilen immer wieder gleiche oder sich ähnelnde Aspekte. Gemeinsam haben alle, dass die erwähnten Gartenformen als Abbild einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Naturverständnis und -Verhältnis interpretiert werden können. gerät die naturnahe Gartengestaltung wieder vermehrt in den Fokus der Allgemeinheit.Durch die breiter werdende gesellschaftliche Abstützung von Umweltthemen gerät die naturnahe Gartengestaltung wieder vermehrt in den Fokus der Allgemeinheit. (Quelle: Wikipedia)

 

Die Bedeutung des Naturgartens

Naturgärten beherbergen in der Regel eine große Artenvielfalt. Allzu viele wissenschaftliche Untersuchungen gibt es hierzu allerdings nicht. Im niedersächsischen Osnabrück wurde ein 2600 Quadratmeter großer Naturgarten auf Biodiversität untersucht. Eine der wenigen wissenschafltichen Arbeiten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Innerhalb von fünf Jahren wurden 18 verschiedene Säugetiere, 69 Vogelarten (davon 27 Brutvögel), 16 Tagfalter- und 12 Hummelarten nachgewiesen, darunter einige seltene und gefährdete Arten der Roten Liste. Diese Vielfalt wird hauptsächlich drei Faktoren zugeschrieben: dem Strukturreichtum des Gartens, dem Vorhandensein kaum begangener Ruhezonen und der Anbindung an weitere, teilweise ebenfalls naturnah bewirtschaftete Freiflächen.

 

Strukturreichtum

Der Strukturenreichtum im Naturgarten bietet Lebensraum für viele Arten mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen. Gemüse-, Blumen- und Kräuterbeete, Beeren- und Ziersträucher, Obstbäume, Wiesen und Rasen, Hecken; Krautsäume und feuchte Zonen, Bruchsteinmauern, Flächen mit Totholz und aufgeschichtetem Schnittgut, Komposthaufen und Wege werden von jeweils charakteristischen Artengruppen genutzt. Zudem gibt es viele Tiere, die für ihre Entwicklung gleich mehrere solcher Kleinstrukturen benötigen. Das Grüne Heupferd legt seine Eier in den offenen Boden, lebt als Jungtier in der Krautschicht und geht nach abgeschlossener Entwicklung ins Laub von Büschen und Bäumen. Glühwürmchen brauchen wie die Schnecken, von denen sie sich ernähren, nebeneinander warme, besonnte Flächen und schattige, feuchte Stellen, wo sie sich an warmen Sommertagen zurückziehen können. Der Zilpzalp, ein recht häufiger Gartenbewohner, brütet am Boden, die weiblichen Tiere pflegen auch in Bodennähe und der Krautschicht zu jagen, während dagegen die männlichen Vögel als Jagdgebiet und Singwarte Baumkronen bevorzugen.


Die Bedeutung von Naturgärten für die Biodiversität darf nicht unterschätzt werden. Der Wert für die Erhaltung der Biodiversität liegt nicht zuletzt in den Gärtnerinnen und Gärtnern. In Naturgärten sind Menschen am Werk, die genau hinschauen, Freude an Entdeckungen haben, Veränderungen wahrnehmen, Neugier entwickeln und sich daran freuen, dass sie die paar Quadratmeter, für die sie verantwortlich sind, mit andern Lebewesen teilen. Solche Menschen tun der Welt gut, nicht nur auf den paar Quadratmetern.


Der Weg zum eigenen Naturgarten

Eine erste Anleitung zur Erschaffung Ihres  eigenen Paradieses finden Sie hier. Wenn Sie bereits einen Naturgarten Ihr Eigen nennen, können Sie gerne ein paar Fotos an k.woehler@bluescript.org (Webmasternin) schicken. Wir werden diese dann in einer kleinen Bildergalerie veröffentlichen.

 

Bildergalerie