In krautreichen Laubwäldern und Hecken, auf feuchten Böden, meist in Lehm- und Kalkgebieten an schattigen Standorten finden wir ab April die weißen tütenförmigen, blattartigen Blüten des Aronstabs. Auffällig sind auch die lang gestielten pfeilförmigen Blätter. Nach der Blüte bilden sich die leuchtend roten Beeren aus.
Seinen Namen verdankt der Aronstab der biblischen Figur des Aaron, dessen Stab als Zeichen seiner Auserwählung zum Hohepriester ergrünte, als er im Zeltheiligtum „vor das Bundeszeugnis“ gelegt wurde (Wikipedia)
Die Bestäubung des Aronstabes ist recht speziell, denn seine Blüten sind Kesselfallen. Hauptbestäuber ist die winzige, stark behaarte Schmetterlingsmücke (Psychoda phalaenoides), die in den bis zu 40 °C warmen Kolben einen Haufen frischer Exkremente und damit eine geeignete Stelle für die Eiablage vermutet. Für diese hohen Temperaturen wird die Glykolyse der Zellen entkoppelt und Zucker schnell in Wärme umgewandelt. Zusammen mit einem Aroma nach Urin lockt das die Fliegen herbei, die auf der glatten Wandung der Blüte abrutschen und in das Innere des Kessels gelangen. Dort versperrt ihnen ein Haarring aus umgewandelten sterilen Blüten den Ausgang. Bei den Fluchtversuchen bedecken sie sich mit einem klebrigen Sekret aus den Narben der zuerst reifenden weiblichen Blüten. Daran bleibt der Pollen der sich später öffnenden männlichen Blüten hängen. Schließlich welken die Haare, sodass die Fliegen entkommen – und so den Pollen zum nächsten Aronstab transportieren, wo sie ihn nun an den weiblichen Blüten abstreifen und so für die Bestäubung sorgen.
Die Pflanzen sind hochgiftig, insbesondere die Wurzelknollen und die roten Beerenfrüchte. Sie können bereits bei Hautkontakt Ausschläge und Entzündungen hervorrufen. Beim Verzehr kommt es zu Verätzungen von Mund und Rachen, gefolgt von Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen, schlimmstenfalls zu Lähmungserscheinungen und Herzrhythmusstörungen.
Die roten Früchte werden vor allem von Vögeln gefressen, denen die Giftstoffe nichts anhaben können. Die Samen verlassen den Verdauungstrakt unbeschadet und sorgen mit einer Portion Vogelmist für den Neustart an weit entfernten Stellen.
Quelle: Naturadb