Jakobs-Kreuzkraut

Jakobs-Greiskraut, Jakobs-Kreuzkraut Senecio jacobaea

 

Im Juli finden wir an Feldrändern, auf extensiven Weiden, Wiesen, Halbtrockenrasen die sonnengelben Blüten des Jakobskreuzkrautes. Besonders gerne wächst es auf auf Flächen mit gestörter Bodenstruktur, z.B auf Ackerbrachflächen, an Straßenrändern oder Bahndämmen.  

 

Der Artname bezieht sich auf den Blühtermin um Jacobi (25. Juli). Der botanische Name Senecio leitet sich vom lateinischen Wort senex = Greis ab, und entstand vermutlich, weil die Fürchte der Pflanzen weißliche Haarkronen bilden, die an den Haarschopf von Greisen erinnern. 

Sicher erkennen können wir die Pflanze aus der Familie der Korbblütler anhand der Blütenstände, die ähnlich wie kleine Gänseblümchen aussehen, sowie durch den unangenehmen Geruch der Blätter beim Zerreiben.

 

Alle Teile der Pflanze enthalten giftige Pyrrolizidinalkaloide, die zu chronischen Lebervergiftungen führen. Besonders Landwirte und Pferdehalter fürchten das Kraut; während es wegen seiner Bitterkeit als frisches Kraut von den Weidetieren meist noch gemieden wird, verliert sich diese bei der Konservierung in Heu oder Silage; aber die Alkaloide bleiben wirksam. Besonders gefährdet sind Pferde. Da sich das Jakobs-Kreuzkraut in den letzten Jahren zunehmend ausbreitet, werden auch die Warnungen und Appelle zur Bekämpfung immer lauter. 

 

Naturschützer sehen das differenzierter: Das Jabobs-Kreuzkraut ist eine alte heimische Pflanze und ein natürlicher Bestandteil der Kulturlandschaft. Sie dient rund 200 Insektenarten als Futterpflanze, insbesondere während ihrer Blütezeit im Juli, wenn das übrige Nahrungsangebot knapp ist. Der Jakobskrautbär (Blutbär) ist spezialisiert auf diese Pflanze; seine gelb-schwarz gestreiften Raupen sind im Sommer darauf häufig zu beobachten. Die Tiere vertragen das Gift und machen sich durch den Verzehr selbst giftig für Fraßfeinde. 

Für den Menschen besteht, solange die Pflanze nicht gegessen oder als Tee getrunken wird,  keine Gefahr. Lediglich bei empfindlichen Personen können die in Pflanzenteilen enthaltenen Sesquiterpenlactone Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen, was durch das Tragen von Handschuhen zu vermeiden ist. 

 

Deswegen raten Umweltschützer zu einem besonnenen Umgang bei der Bekämpfung.

Viele der vom Jakobskreuzkraut besiedelten Flächen haben einen hohen ökologischen Wert, der durch überzogene Bekämpfungsmaßnahmen nicht beeinträchtigt werden sollte. Dort, wo das Kraut Weidetieren gefährlich werden könnte, sollte es schonend und gezielt, also flächenpräzise und mit Balkenmäher oder Freischneider gemäht werden.