Die Rote Lichtnelke (Silene dioica) wächst in feuchten Wiesen und Wäldern. Ihre Hauptblütezeit ist im Mai. Sie bietet vielen unterschiedlichen Insekten Nahrung. An den Nektar im Blütenkelch kommen nur langrüsselige Bestäuber wie Schmetterlinge; kurzrüsselige Hummeln umgehen den erschwerten Zugang, indem sie den Kelch seitlich aufbeißen. Der leicht zugängliche Pollen ist Nahrung für Käfer, Hummeln, Schwebfliegen und einige Furchen- und Sandbienen. Auch für verschiedene Schmetterlingsraupen ist die Pflanze eine wichtige Nahrungsquelle. Zum Beispiel finden die Raupen der Kapseleulen und Kapselspanner in den Samenkapseln Nahrung und Schutz. Da die Pflanze Tag und Nacht blüht, zieht sie auch Nachtinsekten an, die wiederum für Fledermäuse als Nahrung dienen.
Die Rote Lichtnelke gehört zur Familie der Nelkengewächse in der Gattung der Leimkräuter. Der lateinische Namen „dioica“ (zweihäusig) weist darauf hin, dass es in der Regel Pflanzen mit nur weiblichen und solche mit nur männlichen Blüten gibt. Da die Rote Lichtnelke Saponine enthält, besonders in der Wurzel, wurde diese früher auch als Seife benutzt.